Golden Week

Mai 14, 2010 at 11:51 am (Allgemein)

Tut mir Leid, dass es in der letzten Zeit keine Updates gab…ich bin echt schreibfaul geworden. Dabei gibt es doch so viel zu berichten.

Hier also etwas über die Golden Week und wie ich sie verbracht hab.

Die Golden Week besteht aus drei Feiertagen hintereinander, die dann oft an ein Wochenende grenzen. Dadurch wird sie dann für Ausflüge oder einen Kurzurlaub genutzt. Dieses Jahr war der 29. April (ebenfalls ein Feiertag) an einem Donnerstag. Am darauf folgenden Freitag fand an einigen Schulen, meine gehörte nicht dazu, kein Unterricht statt und einige Firmen hatten ihren Angestellten freigegeben. Dann das Wochenende und schließlich die drei Feiertag vom 3.-5. . Also eine ganze Woche frei im arbeitssamen Japan. Nun ja, ein großer Teil wird wohl doch gearbeitet haben…sonst ist so eine 24 Stunden/7Werktage die Woche  Gesellschaft gar nicht zu schaffen. Was müssen die Geschäfte doch für einen Umsatz machen, wenn alles auf einmal in die Läden und Restaurants stürmt.

Mein Gastvater war vom 3. bis zum 8. auf Geschäftsreise, deshalb hatten wir keine große Reise zu den Großeltern nach Nagoya oder so geplant. ..dafür aber am 1. einen Ausflug ans Meer zum Muschel n sammeln. Der Strand nannte sich „海の公園“(Park des Meeres) und die offizielle Bezeichnung des Muschel sammelns war „潮干狩り“ (Zeichen für Zeichen: Gezeiten +Trocken~(=Ebbe)+Jagd).

Wir fuhren also, bewaffnet mit Harke und Eimern, ca. 1 Stunde bis zum Strand. Dort erwarteten uns überfüllte Parkplätze und ein Strand, gepflastert mit Plastikdecken und Strandmuscheln. Wir platzierten unsere Decke etwas weiter entfernt auf einer Wiese im Schatten eines Baumes. Es wurde die Wassertemperatur getestet und schon war Mittagszeit. Meine Gastmutter hatte ein tolles Lunchpaket vorbereitet (ich bin ein großer Fan der japanischen Lunchpakete – 弁当), das wir gerecht unter uns verteilten und dabei aber durch Lautsprecher darauf aufmerksam gemacht wurden, dass wir doch bitte auf die Vögel achtgeben sollten, die sich manchmal auf die Besucher stürzen, um sich ihr eigenes Mittagessen zu sichern. Der Vogelwarnung folgte dann die Durchsage, dass schon wieder ein Kind gefunden wurde, dass bitte an der Information abgeholt werden solle.

Nachdem die Tupperboxen alle leer gegessen wurden, machten wir uns auf ins Meer, um die Muscheln zu sammeln, die am Abend in die Suppe kommen sollten. Ja, das war die Absicht der abertausend Besucher…in kleinen Netzen und Eimern sammelten alle fleißig die noch geschlossenen Muscheln, deren Länge größer war als 2 cm. Der Strandausflug war also nicht zum Entspannen, die Sonne zu genießen oder dergleichen…das waren eher angenehme Nebenumstände. Es ging darum, die größten Muscheln zu finden. Also habe ich mich unter das bunte Treiben gemischt und war auch relativ erfolgreich. Noch lebende Muscheln waren reichlich vorhanden, allerdings meist zu klein, um bereits gegessen werden zu können…deshalb war das Ganze auch gar nicht so einfach. Als wir dann aber nach ca. 2 Stunden genug für uns 6 gefunden hatten, saßen wir noch ein bisschen in der Sonne und machten uns dann auf den Heimweg.

Waaa~ während ich den letzten Absatz gerade schrieb, war hier ein kleines Erdbeben…mein drittes, das ich bewusst mitbekommen hab…hihi

So, am 5. , dem Tag der Kinder, bin ich mit meiner Gastmutter und meiner Gastschwester zum Takao Berg bei Hachiouji gefahren.  Für die Tokioter ist das ein sehr beliebtes Ausflugsziel. Hachiouji ist einer der drei Stadtteile, die auf den Wetterkarten von Tokio abgebildet werden (die anderen zwei sind  Machida und natürlich Tokio selbst). Man fühlt sich weit entfernt von der Stadt, fährt aber nur eine gute Stunde mit der Bahn. Seit Takao von Michelin drei Sterne bekommen hat, wächst die Zahl der Besucher stetig.

Wir drei machten uns also auf den Weg, den Berg zu erklimmen. Die Hälfte des Weges legten wir mit dem Sessellift zurück uns liefen dann den Rest bis zur Spitze, vorbei an Tempeln, Rastplätzen und immer den gleichen ständen. Glücklicherweise war man auf dem Wanderweg immer im Schatten, was bei der Hitze sehr angenehm war. Auf der Spitze stand man allerdings in der prallen Sonne. Deshalb haben wir nur schnell ein paar Fotos geschossen und uns wieder auf den Rückweg gemacht, wo wir dann bei dem ein oder anderen Stand angehalten haben, um das Geschmackssortenreiche Softeis oder die vielen verschiedenen Sorten an Dango zu probieren (Dango sind einfach das größte! Nicht die doofen aus dem Supermarkt…frisch gegrillt und selbst in die Tare getunkt… :) ).

Es war ein sehr schöner Tag J

Was nicht so toll war an der Golden Week, war die Tatsache, dass wir in Fächern wie Mathe oder Englisch extra viele Hausaufgaben bekommen haben. Da wäre es mir lieber, wenn sie mir jeden Tag ein bisschen was an Hausaufgaben geben würden. Die ganzen Batzen mit einem Mal zu schaffen ist kaum zu machen…da reicht das größte Durchhaltevermögen und der größte Ehrgeiz nicht.

1 Kommentar

  1. Jonas sagte,

    hi linda

    schön mal wieder von dir zu hören^^
    du bist vermutlich sehr beschäftig mit
    den leuten, erfahrungen und so da drüben…
    hoffe dir geht es gut und man bekommt
    bald wieder bilder zu sehen :P

    schöne grüße
    jonas

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